Exkursion zum KKW Emsland
Reisebericht Exkursion zum KKW Lingen
22. 23.08.2002
Die Fotokollektion:
Am 22.08.2002, 07:00 Uhr war es so weit. Der Linienbus der HAVAG setzte sich
pünktlich in Bewegung in Richtung Kernkraftwerk Lingen im
Emsland.
Die Kontakte zum Kernkraftwerk Lingen wurden durch unseren
Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Krause persönlich hergestellt.
Eine angespannte Neugierde war bei allen Mitreisenden zu spüren, denn wann kann
man schon in ein Kernkraftwerk?
Die Fahrzeit (immerhin 6 Stunden) wurde unterschiedlich genutzt.
Der mitgereiste Vorstand konnte in Ruhe arbeiten, denn mit der beabsichtigten
Gründung der Energiegemeinschaft war auf einer außerordentlichen
Vorstandsitzung in Lingen u.a. über die neue Satzung zu befinden. Aus
diesem Grunde musste diese Satzung natürlich gelesen werden.
Mit gelegentlichen Informationen zur Reisestrecke und
Sehenswürdigkeiten am Rande der Strecke, sowie zur Technik von
Kernkraftwerken wurde die Busfahrt nicht langweilig.
Als wir gegen 14:00 Uhr (viel schneller als geplant) am Hotel
Am Wasserfall ankamen wurde sofort Quartier gemacht. Nach einer Runde
Kaffe, bei der dann auch Herr Dr. Krause zu unserer Gruppe stieß, ergab
sich für jeden etwas Freizeit außer für den Vorstand. Der zog sich zu
einer Vorstandsitzung zurück.
Um 17:15 Uhr ging es mit dem Bus in das Zentrum von Lingen ,
einer Stadt mit ca. 56.000 Einwohnern. Dort wurden wir in zwei Gruppen
aufgeteilt und konnten unter der sach- und ortskundigen Führung von
Hostessen die Entwicklung der Stadt in uns aufnehmen und die schöne
autofreie Altstadt bewundern.
Besonders stolz war unsere Hostess auf ein originales Stück der
Berliner Mauer welches in eine Wand des Stadtparks eingefügt
wurde.
Pflastermüde kamen wir gegen 19:30 Uhr wieder im Hotel
an.
Hier konnten, nach einer zum Glück kurzen Begrüßungsrede durch
Herrn Dr. Krause, den erschöpften Körpern endlich Ersatzstoffe von einem
Buffet zugeführt werden.
Mit unterschiedlicher Intensität, jedoch mit vielen Gesprächen
und jeder Menge Spaß ging der 1.Tag unserer Exkursion zu Ende.
Nach einem guten Frühstück im Hotel ging es 09:00 Uhr los zum
Kernkraftwerk Lingen. Was würde uns dort erwarten?
Erster Anlaufpunkt war das Informationszentrum des KKW. Hier
wurden wir wie alte Bekannte durch Frau Feldkamp
Frau Feldkamp hatte nach der Wende als Mitarbeiterin der VEW
Dortmund Gelegenheit unsere Stadt Halle zu besuchen und hat diesen Besuch
in guter Erinnerung behalten.
Die gelernte Ingenieurin führte uns zuerst in die Theorie der
Kraftwerks- und hier der Kernkraftwerkstechnik ein. Zwei Stunden Theorie
untersetzt mit Vortragsfolie und kurzen Videos vergingen wie im
Fluge.
Im Informationszentrum konnten wir uns an einer Menge von
Schautafeln und Modellen informieren.
Dann ein ordentliches Mittagessen im Info-Center und endlich
ging es los aber nicht ohne vorher alles metallische abgelegt zu haben,
denn die folgenden Sicherheitskontrollen waren sehr gründlich.
Zum Glück haben wir diese Überprüfung alle überstanden und konnten mit der Besichtigung
beginnen nicht ohne mehrfach Sicherheitsschleuse zu passieren.
Die mit zum Teil 4-facher Redundanz ausgelegten und betriebenen
Anlagen beeindrucken allein durch ihre Dimensionen.
Die Dampferzeuger-Wärmeleistung liegt bei 3.867 MW, die
Generatorklemmenleistung bei beachtlichen 1.363 MW. Elektrisch kann das
Kernkraftwerk eine Stadt wie Berlin versorgen.
Trotz der Dimensionen des Kraftwerkes will man nicht glauben,
dass hier 500 Mitarbeiter für den gesicherten Betrieb der Anlagen
sorgen.
Das Kernkraftwerk fährt als Grundlastkraftwerk und damit immer
im oberen Lastbereich. Die Revisionen beschränken sich auf einen
Kraftwerksstillstand pro Jahr, welcher so kurz wie möglich (in der Regel
14 Tage) gehalten wird. In dieser Zeit wird das eigene Personal durch
1.000 Mitarbeiter von Dienstleistungsfirmen verstärkt.
Mit dem theoretischen Wissen um die Regel- und
Sicherheitstechniken um den Kraftwerksbetrieb, sowie den Erfahrungen aus
dem Sicherheitssystem und den strengen Regelungen innerhalb der
Kraftwerkszäune, welche jede Handhabung pedantisch dokumentieren, wurden
manchem aus unserer Reisegruppe die Sorgenfalten aus dem Gesicht
getilgt.
Beeindruckend auch die Aufwendungen zum sicheren Transport,
sowie zur Zwischenlagerung der abgebrannten Brennstäbe in den
Castor-Behältern.Die gewonnen Eindrücke wurden auf der Rückfahrt ausgiebig
diskutiert. Beeindruckt waren wir Teilnehmer durch die Bank und dies nicht
zuletzt auf Grund der sach- und fachkundigen Führung durch Frau Feldkamp
der an dieser Stelle unser Dank gilt.
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